Bd. 121 (2026): Hochschulsprachenpolitik in Europa: Herausforderungen und Fragen bei der Berücksichtigung mehrsprachiger und interkultureller Perspektiven
Seit einigen Jahren werden Hochschulen nachdrücklich ermutigt, Internationalisierungsstrategien zu entwickeln, die auf einer „Managementvision beruhen, die die Aneignung der ursprünglichen Definition von Internationalisierung bestimmt hat“ (Laforest et al. 2014, 4). Diese Strategien wurden in erster Linie aus einer quantitativen Perspektive entwickelt und ähneln eher dem Marketing als einer qualitativ hochwertigen Internationalisierung, die auf einer interkulturellen Dimension beruht (Knight, 2011).
In Europa hat man sich unter anderem dafür entschieden, mittels Projektfinanzierungen „Europäische Universitäten“ zu fördern, die von der Europäischen Kommission als „transnationale Allianzen von Hochschuleinrichtungen, die eine langfristige institutionelle und strategische Zusammenarbeit entwickeln, die auf gemeinsamen Werten und Grundsätzen beruhen und auf eine nachhaltige Zusammenarbeit abzielen“, definiert werden. Sie sollen „starke europäische Werte vermitteln und einen Wandel und internationale Attraktivität bewirke“[1]. Diese Allianzen, die Institutionen zusammenbringen, die in einer Vielzahl von Sprachen arbeiten, werfen die Frage nach der Sprachenpolitik auf, da diese oft als Mittel der internationalen Attraktivität dargestellt wird (Le Lièvre et al. 2018). Wie können wir unter diesen Bedingungen eine Sprach- und Bildungspolitik fördern, die auf der Vielfalt und Variabilität des Sprach- und Kulturgebrauchs basiert und gleichzeitig die erwarteten Begegnungen sowie eine ‘nachhaltige Zusammenarbeit’ ermöglicht?
[1] https://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/fr/universites-europeennes-ou-en-est-91855